Team meX informiert zum Thema Rechtspopulismus

Bereits zum wiederholten Mal konnten Referenten vom Team meX für aktuelle politische Themen als Experten für die AES gewonnen werden. Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg bietet durch das Team meX speziell jungen Menschen die Möglichkeit sich über aktuelle Themen und politisch-brisante Zeiterscheinungen zu informieren und Position zu beziehen. So wird bereits seit drei Schuljahren in der 2-jährigen Berufsfachschule das Rollenspiel „Soundcheck“ durchgeführt, in dem es um die Organisation eines Abschlussfestes geht und die Verantwortlichen über den Auftritt einer Band zu entscheiden haben, deren Songtexte rechte Tendenzen aufweisen. Unterstützt werden die Schüler in diesem Rollenspiel von zwei Spielleitern aus dem Team meX.

Am 16. Juni und am 18. Juli wurden jeweils zwei Klassen der Jahrgangsstufe 2 und 1 über den Begriff und die Strategien des Rechtspopulismus informiert.

Vor dem Hintergrund der am 24. September 2017 anstehenden Bundestagswahlen und der Tatsache, dass viele Schüler und Schülerinnen sogenannte Erstwähler sind, ging es der GGK-Fachschaft bei der Auswahl dieses Themenkomplexes auch um eine politische Sensibilisierung von jungen Menschen: demokratische Errungenschaften sollen als solche erkannt, gelebt und auch verteidigt werden. Inhaltsleere Floskeln müssen dagegen als solche entlarvt und als politisch-plakative Verführungsstrategien wahrgenommen werden. Gerade seit Sommer 2015 rückt das Thema Rechtspopulismus erneut in den Fokus einer politischen Debatte, nachdem sich parallel zur Willkommenskultur bei der Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten aus Syrien, Afghanistan und nordafrikanischen Ländern eine Protestbewegung gegen die Islamisierung Deutschlands und Europas entwickelt hat.

Lukas Hetzel vom Team meX gelang es, in seinem kurzweiligen, interaktiv unterstützten Vortrag die Schüler nicht nur zu diesem Thema zu informieren, sondern sie über die Strategien politischer Gruppierungen und Parteien aufzuklären. Dabei wurde den Schülern deutlich, dass rechtspopulistische Vereinigungen und Parteien bei der Platzierung von Themen bewusst unterscheiden zwischen vertikaler und horizontaler Dimension. 

Um die Möglichkeit der Abgrenzung von den politisch Verantwortlichen, also der Regierung bzw. den im Bundestag etablierten Parteien zu nutzen, wird zum einen bewusst von „die da oben“ und „wir hier unten“ gesprochen (vertikale Dimension) und zum anderen unterstellt, man würde für die Mehrheit der deutschen Bevölkerung sprechen. Minderheiten werden damit an den Rand gedrängt bzw. ausgegrenzt, was die horizontale Dimension ins Blickfeld rückt. 

Lukas Hetzel vom Team meX gelang es während seiner 1 ½-stündigen Präsentation, die uneingeschränkte Aufmerksamkeit seines Publikums zu erhalten. Keine Frage blieb unbeantwortet. Darüber hinaus bot sich auch für den einen oder anderen Zuhörer die Gelegenheit über eigene Erfahrungen zu berichten. Herzlichen Dank dafür!

20.07.17/Be