Tag der offenen Türen im BBZ Ettlingen

„Gemeinsam Perspektiven geben“ lautete das Motto des diesjährigen Tages der offenen Türen im Berufsbildungszentrum Ettlingen. Nach dem großen Erfolg vom Vorjahr luden am  24. Februar 2018 erneut alle drei Schulen des BBZ zwischen 10:00 und 14:00 Uhr zum Rundgang durch die Schulen ein.

Interessierte Besucher und Besucherinnen hatten somit Gelegenheit sich von dem breiten Bildungsangebot der drei Schulen des BBZ überzeugen zu lassen. Angesprochen wurden vor allem Schüler und Schülerinnen von Abschlussklassen, die nach Erhalt der Halbjahres-zeugnisse Anfang Februar nach einer weiterführenden Schule suchen oder zum August 2018 eine duale Ausbildung anstreben. Ein von allen drei Schulen gemeinsam aufgelegtes Programmheft zum Angebot und entsprechende Wegweiser ermöglichten den Besuchern eine rasche Orientierung.

Nach der offiziellen Eröffnung durch die drei SchulleiterInnen, Frau Hollwedel (BvSS), Frau Merkt (WRS) und Herrn Dambach (AES) konnte sich das Publikum auf den Rundgang durch die drei Schulhäuser begeben und individuell entscheiden, ob Neigungen und Interessen eher im Bereich der Hauswirtschaft, Erziehung und Pflege bzw. im kaufmännischen oder eher gewerblich-technischen Bereich zu suchen sind.

Angebot der Albert-Einstein-Schule:

Auf dem Rundgang durch das Erdgeschoss der AES bot sich den Besuchern ein buntes Bild zum Spektrum der schulischen und beruflichen Ausbildung.

Gezeigt wurden aus der Schulart Technisches Gymnasium z. B. Aufbauten aus dem Fach Physik / Physik-Labor; konkret ging es um Elektronenbeschleunigung oder die exakte Messung der Rundenzeit eines Modelautos auf einem Hindernisparcours mit dem Labormesssystem Cassy. Im Fachbereich Chemie / Chemie-Labor wurden Produkte aus dem Supermarkt auf ihren PH-Wert getestet. Als Indikator diente Rotkohlsaft. Im sogenannten chemischen Garten wuchsen Kristalle zu Pflanzen heran. Aus dem IT-Bereich gab es Einblicke in die Soft- und Hardware-Programme der Schule und die Ausstattung der Schüler mit Laptops bzw. Tablets. Vorführungen gab es auch aus den Bereichen Mechatronik und Sondergebiete der Technik. Gezeigt wurden der Aufbau und die Funktion einer Drehstrom-Maschine mit Frequenzumrichter und eine über PC gesteuerte CNC-Fräsmaschine. Anziehungskraft entwickelte auch der von Schülern des Seminarkurses entwickelte Styroporschneider, mit dem sich eindrucksvoll und gefahrlos z.B. geometrische Figuren aus Styropor millimetergenau zuschneiden lassen. Die Kombination aus Ingenieurwissenschaft, betriebswirtschaftlichem Denken und rechtlich korrekter Rahmenbedingungen wurden im TG-Profil Technik und Management veranschaulicht.

Darüber hinaus erhielten die Besucher einen Einblick in Montagevorgänge, in das Arbeiten mit handgeführten Werkzeugen am Schraubstock oder in die Kunststofftechnik (Herstellung eines Kunststoffkreisels) in den schuleigenen Werkstätten. Ergebnisse aus der Holzwerkstatt ließen sich in den Werkstattgängen nicht nur bestaunen, sondern auch bespielen. Flipperautomat, Airhockey-Tisch oder ein Schachspiel aus Holz luden geradezu ein, länger zu verweilen und sich mit anderen zu messen. Diese Holzarbeiten wurden mit Schülern aus dem VABKF (Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf im Kooperation mit Förderschulen) gebaut.

Unterstützung erhielten die Lehrer der AES durch Informationsstände von IHK, Handwerkskammer, Elektro-Innung und der Agentur für Arbeit. Vertreten waren auch die Stadtwerke Ettlingen, die Firmen Flowserve, Liebherr und Sonotronic, die mit ihren Auszubildenden vor Ort praktisches Arbeiten ermöglichten und Fragen zu den Ausbildungsberufen souverän beantworteten. Bei den praktischen Übungen konnten Besucher „take aways“ wie Schlüsselanhänger, Zettelboxen oder Verlängerungskabel herstellen.

Informationen zu den überaus vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Ultraschalltechnik, vom Schweißen (Autoteile, Blister-Verpackungen) bis Schneiden (Kuchen) mit Ultraschall ergänzten das Ganze.

Mit der Firma Sonotronic wurde darüber hinaus am Tag der offenen Türen eine Kooperationsvereinbarung unter Beteiligung der IHK (Wirtschaft macht Schule) und des Landkreises Karlsruhe (Schulträger) unterzeichnet.

Die Eisenbahner im Betriebsdienst zeigten ihr Können nicht nur am PC-gesteuerten Zugsimulator, sondern stellten Weichen an der elektrisch betriebenen Eisenbahn.

Drei Auszubildende des Friseurhandwerks ließen sich ebenfalls über die Schulter schauen. Ihr Barbershop an der Eingangstreppe war nicht zu übersehen und die Wartestühle schnell besetzt:

Junge Männer ließen sich zu trendigen Kurzhaarschnitten überreden, während sich die weibliche „Kundschaft die Haare entweder mit dem Glätteisen oder dem Lockenstab frisieren ließ. Unterstützung erhielten die Azubis des 3. Ausbildungsjahres von einem Ausbilder der Firma Haarwerk.

Aber auch Unterrichtsinhalte aus den allgemeinbildenden Fächern wurden vorgestellt.

Informationen zum Fremdsprachenangebot Englisch und Spanisch gab es ebenso wie für die Fächer Deutsch und Geschichte mit Gemeinschaftskunde. Darüber hinaus informierten vor allem die Spanischlehrer über das Angebot einer Sprachreise nach Pamplona und offerierten wie im Jahr zuvor wieder köstliche Tapas. Weitere Plakate, Fotos und Projektionen rundeten die Informationen hierzu ab. Das Fach Bildende Kunst hatte eine kleine Ausstellung arrangiert und zeigte auch das praktische Zeichnen mit Bleistift.

Migranten des VABR hatten ihre Gedanken und Gefühle für die alte und die neue Heimat in Gedichten aufgeschrieben und in farblich passenden Rahmen aufgehängt. Die Lektüre dieser zum Teil sehr persönlichen Worte stimmte etliche Besucher nachdenklich.

Und die Klassen des VABO stellten Arbeiten aus unterschiedlichen Projekten aus. Außerdem wurden hier landestypische, selbst gekochte Speisen zum Verzehr angeboten und in einem Kochbuch zusammengetragen.

Der Schulsanitätsdienst informierte ebenfalls mit einem eigenen Stand.

Wer nach dem Rundgang durch das Erdgeschoss der AES noch weiteren Beratungsbedarf hatte, konnte sich gezielt durch die im Stundentakt angebotenen Informationsveranstaltungen zum beruflichen Gymnasium, zur 2-jährigen Berufsfachschule und zu den Berufskollegs beraten lassen. Außerdem bestand die Möglichkeit sich an Ort und Stelle im 1. OG der AES für das kommende Schuljahr anzumelden.

Am Ende bleibt festzuhalten, dass die 4-stündige Öffnung des BBZ mit seinen drei Schulen viele Besucher und Besucherinnen angelockt und nicht enttäuscht hat. Wenn die AES dazu beitragen konnte, Eltern und Schüler von dem schulischen und beruflichen Bildungsangebot zu überzeugen, hat sich der Einsatz bereits gelohnt.

Herzlichen Dank allen Kollegen und Kolleginnen, Schülern und Schülerinnen sowie den Auszubildenden, die zum Gelingen dieses Tages – in welcher Form auch immer - beigetragen haben. Ein ganz besonderer Dank geht an die Vertreter aller beteiligten Firmen und Institutionen, die den Tag mit ihren Informationsständen und Aufbauten bereichert haben.

24.02.18/Be