Studienfahrt „Schweiz“

Am Montag, 21.10.2019 startete in Ettlingen die Abiturklasse TGJ2/3 des Technischen Gymnasiums morgens um 6:00 Uhr mit zwei Sprintern von Stadtmobil Karlsruhe zu ihrer Studienfahrt. Die Münsterbauhütte in Freiburg war die erste Station. Hier konnten wir Einblick in die Bautechnik gotischer Kathedralen gewinnen und den Steinmetzen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Zum Abschluss bestiegen alle den Münsterturm bis über den Glockenstuhl. Anschließend ging die Fahrt weiter nach Basel, wo bei leichtem Regen ein Stadtrundgang auf dem Programm stand. Für die Übernachtung wechselte die Klasse aus ökonomischen Gründen wieder über die Grenze in die Jugendherberge Lörrach. Abendessen Nr. 1: Spaghetti Bolognese!

In Villigen / Schweiz erwartete uns am Dienstag eine höchst interessante Führung im Paul Scherrer Institut (PSI). Dort arbeiten Wissenschaftler aus aller Welt im Gebiet der Teilchenphysik. Wir konnten Protonenbeschleuniger, Messstationen, Elektronenbeschleuniger und deren Umfeld erleben. Auch medizintechnische Anwendungen mit Protonenstrahlen wurden uns erklärt. Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter über Luzern und Andermatt nach Hospental im Kanton Uri. In Andermatt gab es sogar einen kurzen Halt an der „James Bond Tankstelle“ aus dem Film „Goldfinger“. Im Hostel Hospental übernachteten wir auf fast 1493 m ü. M. Abendessen Nr. 2: Spaghetti Bolognese!!

Nach opulentem Frühstück ging es weiter Richtung Furkapass. Davor noch ein Abstecher zu den Werkstätten der Dampfbahn Furka Bergstrecke. Hier arbeiten abwechselnd in kleinen Gruppen bis zu 450 ehrenamtliche Eisenbahnfreunde am Erhalt dieser historischen Bergbahn. Es war beeindruckend in welch hervorragenden Zustand die Dampfloks und Wagons gesetzt wurden, die zum Teil vorher aufwendig aus fernen Ländern in elendem Zustand zurückgeholt worden waren. Auch die Schienen der Bergstrecke müssen jährlich winterfest gemacht, dann wieder vom Eis befreit und repariert werden. Ein gigantischer Aufwand, der nur mit viel Idealismus bewerkstelligt werden kann.

Der Outdoorteil der Studienfahrt bestand nun im Aufstieg zur Albert-Heim-Hütte auf 2542 m ü. M. Dabei ging dem einen oder anderen der Gruppe fast die Puste aus --- aber nur fast! Nachdem auch der Abstieg gelungen war, besuchten wir die Eisgrotte Belvedere, die über einen ca. 100 m langen, blauen Eistunnel Zugang in den Rhonegletscher bietet. Wegen der Eigenbewegung des Gletschers und wegen des Abschmelzens muss dieser Tunnel seit 1870 jedes Jahr neu freigeschlagen werden. Über den Furkapass steuerten wir Sion an, wo unsere nächste Übernachtungsherberge lag. Abendessen Nr. 3: Penne Bolognese!!! Alles ein Zufall? Oder?

Der Donnerstag begann mit dem Besuch Wasserkraftwerks Bioudron bei Sion. Dieses Wasserkraftwerk besitzt mit 1200 MW die Leistung eines Kernkraftwerks. Die gesamte Anlage ist in den Berg gebaut und von außen nur durch ein Eingangsgebäude zu erkennen. Gespeist werden die Turbinen mit dem Wasser aus dem Stausee Lac des Dix. Die von 1951 bis 1961 erbaute Staumauer dieses Sees ist die höchste Gewichtsstaumauer der Welt und besteht aus 6 Millionen m³ Beton. Der See selbst fasst 400 Millionen m³ Wasser! Nach dieser erkenntnisreichen Besichtigung ging die Fahrt weiter nach Chamonix am Fuße des Mont-Blanc --- mit 4810 m der höchste Berg der Alpen! Der noble Wintersportort wurde genutzt zu Stadtbummel und Zwischenmahlzeit. Nächstes Ziel: Genf am Lac Leman. Die letzte Unterkunft sollte ein schickes Hotel kurz hinter der französischen Grenze sein. Abendessen Nr. 4: ??? Nein, nicht schon wieder! Wir flüchteten zu einer Pizzeria und ließen uns verwöhnen.

Der letzte Tag der Fahrt bot als Höhepunkt die durch einen Physiker begleitete Erklärung und Erkundung der internationalen Forschungseinrichtung CERN. Name CERN leitet sich vom französischen Namen des Rates ab, der mit der Gründung der Organisation beauftragt war, dem Conseil européen pour la recherche nucléaire. Die wohl bekannteste Anlage hier ist der LHC, der größte Teilchenbeschleuniger der Welt mit einem Umfang von 26,659 km, der unterirdisch in den Fels gebaut wurde. Die verschiedenen Messstationen liegen verteilt in Frankreich und der Schweiz und so weit auseinander, dass unsere Führung zum Teil mit dem Bus erfolgen musste. Ein Mittagessen in der Kantine unter Hunderten von Wissenschaftlern läutete das Ende unserer Studienfahrt ein.

Mit extrem vielen, interessanten Eindrücken kamen alle wohlbehalten spät abends in Ettlingen an und verabschiedeten sich in die Herbstferien.